Wein

Der Wein (Vitis vinifera L.) zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Wann er zum ersten Mal angebaut wurde - ob es an verschiedenen Stellen der Erde geschah - und wann der Mensch erkannte, daß der "Wein des Menschen Herz erfreut" (Ps. 104,15), daß man aber auch Ranken und Blätter als Arznei verwenden kann, entzieht sich unserer Kenntnis. Das alte Kulturvolk der Sumerer im Zweistromland nannte bereits 3000 v.Chr. den Weinstock "Kraut des Lebens". Das Blatt des Stockes war in ihrer ältesten Schrift das "Zeichen für Leben". Der sumerische König GILGAMESCH (um 2600 v.Chr.) bringt in seinem berühmten Epos ein Loblied auf den Weinstock.

In Ägypten läßt sich der Wein seit der ersten Dynastie (um 3200-2780 v.Chr.) nachweisen. Eine Darstellung von Weinlese und Keltertreten fand man im Grab des APUJA in Theben-West: Rechts werden Trauben gelesen, links erfolgt das Keltern, indem man in einem großen Bottich die Trauben mit den Füßen austritt. Die damit beschäftigten Diener vollziehen diese Tätigkeit im Rhythmus ihres Gesanges. Gleichzeitig halten sie sich fest, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Eine Kollektion sorgfältig ausgeführter Traubenfayencen aus der 18. Dynastie besitzen die Museen in Berlin und München. Schöne Kelterszenen finden wir in der Vasenmalerei der Griechen, die Wein und Weinlaub wohl zu schätzen wußten. Sie waren die "Erfinder" des "Symposions", bei dem man unter anregenden Gesprächen den Wein genoß. Leider haben die heute unter dieser Bezeichnung stattfindenden Zusammenkünfte wenig damit zu tun. Bei den Griechen kümmerten sich sogar die Götter um dieses Getränk, ja sie besaßen in Dionysos einen eigenen Weingott. Der Amasismaler - ein griechischer Künstler aus Attika - stellt auf einer Amphore eine Szene aus dem Kult dieser Gottheit dar. Satyrn,  die ständigen Begleiter des Dionysos, treten hier die Kelter HOMER (8.Jh.v.Chr.) erwähnt in der Odyssee den Wein bei der Beschreibung der Grotte von der Nymphe Kalypso (V,68):

"Um die gewölbte Grotte des Felsens

breitet ein Weinstock seine schattenden Ranken,

behängt mit purpurnen Trauben."

 

altägyptischer Schmuck
griechische Fayence mit Kelterszene
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