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Viele Patienten bitten heute ihren Arzt um die Verordnung eines Arzneimittels, das aus pflanzlichen Stoffen besteht. Man spricht dann von Phytotherapie und versteht darunter die Wissenschaft, die sich mit der Anwendung von Arzneipflanzen beim kranken Menschen befaßt.

Der Begriff selbst stammt aus der griechischen Sprache, wo phyton = Pflanze und therapeuein = behandeln bedeuten. Damit ist schon umrissen, daß wir es mit einer der ältesten Behandlungsmethoden zu tun haben. Der Begriff als solcher ist weniger alt. Ihn führte der französische Arzt HENRI LECLERC (1870-1955) ein, der in Paris lebte und praktizierte. Seine zahlreichen Aufsätze über die Anwendung von Heilpflanzen erschienen größtenteils in der führenden französischen medizinischen Zeitschrift "La Presse medicale“.  Leclerc faßte seine Erkenntnisse in einem kurzen klassisch gewordenen Leitfaden zusammen, den er "Précis de Phytothérapie" nannte. Dieser fand 1954 seine Fortsetzung im "Guérir par les Plantes" (Abb.). Die Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde entwickelte sich aus der alten Kräutermedizin. Diese wiederum geht auf die ältesten Überlieferungen, die die Menschheit besitzt, zurück. Zunächst sammelte der Mensch Erfahrungen. Er beobachtete, daß viele Pflanzen ihm bei seinen Gebrechen halfen, andere dagegen giftig wirkten; wenn man sie jedoch in geringer Menge zu sich nahm, Krankheiten heilten. Versuch und Irrtum spielten eine große Rolle. Vielleicht fand er auch manches aus dem Tierreich. Er beobachtete ferner, daß kranke Tiere bestimmte Pflanzen fraßen und dann gesund wurden.

 

 

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