Willkommen
Profil
Network-Partner
Pharma Portal
Presse Lounge
Forum
Presse weltweit
Presse Recherche
Presse Themen
Wissen  A - Z
Apotheke Natur
Gegenwart
Wasserwelten
Bougainville Copper
A n d o r r a
sturm's notizen
sturm's art forum
Internetservice
Register
Sitemap
Rechtshinweis
Kontakt
Impressum


Artischocke.

 

"Eine Distel, die man essen kann", so lautet bisweilen der Werbetext, der uns zu einer schmackhaften und gesundheitsfördernden Artischockenmahlzeit einlädt. Artischocken zählen mit anderen Distelgewächsen zur großen Familie der Korbblütler (Asteraceen, Compositen), einer Pflanzengruppe, die uns zahlreiche Arzneigewächse - etwa Kamille, Arnika, Alant, Calendula - aber ebenso viele und schöne Zierpflanzen beschert.

Die Botaniker nennen unsere Pflanze Cynara scolymus. Der Gattungsname "Cynara" stammt aus der griechischen Sprache, wo "kinara" bereits Artichocke bedeutet. Auch die Artbezeichnung "scolymus" wurde in der Antike für eine Pflanze gebraucht, vielleicht für die verwandte Art C. cardunculus, die Kardone, von der man annimmt, daß sich die Kulturartischocke von ihr ableitet.

Schon der griechische Name zeigt, daß Artischocken als Nahrung und Arznei lange in Gebrauch sind. Die Ägypter kannten sie um 500 v.Chr. und auf einigen Reliefs glaubt man sie auch zu erkennen. Beliebt als Gemüse war sie bei den Puniern, besonders in der Großstadt Karthago. Vor hier übernahmen die Römer die Artischoke, wo sie sich - wie PLINIUS (1.Jh.n.Chr.) berichtet - schon bald zu einer beliebten Speise wohlhabender Kreise entwickelte. Betrachten wir einmal die Herkunft unserer Bezeichnung Artischocke, so läßt sich mühelos der weitere historische Weg verfolgen. Von den Römern übernahmen die Araber die Pflanze. Sie nannten sie "al-harš_f" und kultivierten sie besonders in Spanien, wo sie dann als "alcarchofa" bezeichnet wurde. Die Norditaliener schätzten sie später als "articiocco". Zu dieser Zeit diente sie bereits als Leber- und Gallemittel. Der in Zürich tätige Botaniker und Arzt FRISIUS nennt sie 1556 Artischok und 1591 taucht der Name "Artischocho" auf. Von Interesse erscheint die Erwähnung im Kräuterbuch des LEONHART FUCHS (1543). Er spricht von der "Welschen Distel", womit gezeigt wird, daß die Franzosen sie bereits als Gemüse - und wohl auch als Arznei - schätzten. Das ist übrigens heute noch der Fall. Cynara scolymus wird in Südfrankreich angebaut, doch der Verbrauch ist größer als die eigenen Betriebe liefern. So bezieht man das wohlschmeckende Gemüse aus Italien, das an der Spitze der Artischockenproduktion steht. Doch holten Marokko und Israel in den letzten Jahren beträchtlich auf.

Die ansehnliche, ausdauernde Pflanze kann mit ihrem dicken Stengel eine Höhe bis 2 m und mehr erreichen. Sie besitzt mächtige fiederspaltige oder tiefbuchtige graugrüne Blätter, die im Gegensatz zu anderen Disteln wenig Blattdornen tragen. Die großen Blütenkörbchen erfreuen uns mit ihrer violett bis roten Blütenfarbe . Als Gemüse werden die unteren Teile der Blütenhüllblätter und die Blütenböden gebraucht, die durch die Zucht ihre Stacheln verloren haben. Man schätzt sie wegen ihres angenehm bitteren Geschmacks, des hohen Gehaltes an Mineralstoffen (besonders Calcium und Eisen) und der geringen Kalorienzahl. Angeboten werden sehr unterschiedliche Sorten, von denen einige faustgroß werden und einen Durchmesser bis zu 13 cm erreichen. Allgemein schmecken die kleineren Exemplare besser. Natürlich muß die Ernte erfolgen, bevor die Pflanzen ihre Blüten entfalten. Wenn sie blühen, sind sie ungenießbar, doch liefern sie dann Samen, mit denen man neue Exemplare ziehen kann. Diese Samen sind sehr fettreich wie bei vielen Disteln (Distelöl). Das fette Öl der Früchte von Cynara cardunculus wird als Kardyöl verwendet.

Als Arznei dienen nicht nur der Blütenboden, sondern auch die Blätter und die Wurzeln. Einer der wichtigsten Naturstoffe, den man aus der Artischocke isolierte, ist das Cynarin. Intensive Untersuchungen über die Leberwirksamkeit führten MAROS u. Mitarb. (1968) und DIEREL (1972) durch. Für alle, die Artischocken als Gemüse schätzen, sei noch vermerkt, daß die Pflanze die Blutfettwerte senkt. Diese Wirkung auf den Lipidspiegel fanden HAMMERL u. Mitarb. (1968) und ADAM u. KLUTHE (1979).

 

ZurückWeiter
to Top of Page

sturm : pr | sturmpr@sturmpr.com