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Römische Erkenntnisse kamen recht bald über die Alpen, waren doch Gallien und die Rheinlande bis zum südlichen Britannien hin römische Provinzen. So ist es verständlich, daß die Germanen viele Kenntnisse der Antike übernahmen. KARL DER GROSSE (768-814) beschäftigte sich intensiv mit dem Anbau von Kultur- und Arzneipflanzen. Sein "Capitulare de Villis" nennt eine Vielzahl von Kräutern, Sträuchern und Bäumen, die in den Gärten der Pfalzen und Klöster gehalten werden sollten. Freilich gelang das nicht überall, denn manche dieser Pflanzen stammten aus südlichen Regionen und waren im Norden nicht kultivierbar. Andere dagegen wurden ohne Schwierigkeiten in diesen Gärten gezogen und sind seit dieser Zeit auch als Arzneipflanzen bekannt. Dabei sind zwei Pläne von besonderer Bedeutung. Bei dem einen handelt es sich um den Klosterplan von St. Gallen , der auf der Insel Reichenau erstellt und für den Neubau des St. Galler Klosters durch den

Abt GOZBERT angefordert wurde (823). Den anderen entwarf der gelehrte Abt des Klosters Reichenau WALAHFRID STRABO für sein Kloster. Sein Arzneipflanzengarten wurde in der Nähe des Münsters von Mittelzell vor einigen Jahren neu angelegt (Abb.). Walahfrid Strabo schuf auch ein Gedichtwerk, den "Hortulus", in dem er eine Vielzahl der in seinem Garten gezogenen Heilpflanzen sorgfältig beschreibt. Wir sind erstaunt, wieviel davon heute noch ebenso gültig ist wie im 9. Jh. Für die weitere Entwicklung der Kräuterheilkunde war das Buch "Causae et Curae" der Äbtissin HILDEGARD VON BINGEN - sie wird auch als hl. Hildegard bezeichnet - (1098-1179) wichtig.

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