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Die Heilpflanzenkunde gelangte bei den Griechen unter HIPPOKRATES (Abb.) zu großer Blüte. Hippokrates wurde um 460 v.Chr. auf der Insel Kos geboren. Er gilt als Begründer der wissenschaftlichen Heilkunde und führte die Ärzteschule von Kos zu ihrem größten Ruhm. Das Wesen der Krankheit sah er in einer fehlerhaften Mischung der Körpersäfte. Von ihm stammt der berühmte Hippokratische Eid, der heute noch von jedem Arzt geleistet wird. Er lautet:

"Ich werde meine ärztlichen Verordnungen zum Nutzen der Kranken geben, nach meiner Kraft und meinem Urteil. Was Verderben und Schaden bringt, will ich von ihnen fernhalten. Ich werde an niemand ein tödlich wirkendes Gift abgeben, auch auf Verlangen nicht. In Lauterkeit und Reinheit will ich mein Leben verbringen und meine Kunst ausüben."

 

Büste des Hippokrates
Eid des Hippokrates (Kos)

Im römischen Imperium wirkte der aus Griechenland stammende DIOSKURIDES (1.Jh.n.Chr.), der in einem mehrbändigen Werk, der "Materia medica", die damals bekannten Arzneipflanzen zusammenfaßte, und der Gelehrte PLINIUS DER ÄLTERE (25-79 n.Chr.). Das Werk des Dioskurides überdauerte den Untergang des Römerreiches. Es wurde mehrfach neu aufgelegt und bebildert, wie der berühmte Wiener Codex (5.Jh.n.Chr.) zeigt. Hier sitzt Dioskurides in einem Sessel; vor ihm steht die Göttin der Erkenntnis und hält in der Hand die Wurzel der Alraune - die bereits genannte Mandragora. Ein Hund hat von der Alraune gefressen und windet sich in Krämpfen, ein Beispiel dafür, daß die Dosierung eines Arzneimittels sehr wichtig ist: es kann heilen, aber auch giftig sein.

 

 

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